Arbeitgeber Employer Branding wird immer wichtiger Erfolgreich um Bewerber buhlen
Das Gehalt ist nicht entscheidend. Mit einem guten Arbeitsklima und Aufstiegschancen können Firmen beim Wettbewerb um Mitarbeiter punkten.Wie schafft man es, so umschwärmt und begehrt zu sein wie Gary Cooper auf dem Foto rechts? Als Mann, als Unternehmen, als Arbeitgeber. So attraktiv, interessant und begehrenswert zu sein, dass man die erste Wahl für einen Bewerber ist und einmal gewonnene Mitarbeiter nicht abwandern. Employer Branding heißt das Zauberwort. Dabei geht es um die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität.
70 Prozent der deutschen Unternehmen attestieren Employer Branding eine hohe oder zunehmende Bedeutung. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Employer Branding Akademie (DEBA) unter Personalverantwortlichen aus 65 Firmen. Jedoch melden 95 Prozent Informationsbedarf zum Thema an. Denn die Suche nach qualifiziertem Fachpersonal wird immer dringlicher. Bei einer Vielzahl von Positionen sind qualifizierte und passgenaue Bewerber derzeit Mangelware. "Für Personalverantwortliche bedeutet dies, dass sie vor der Herausforderung stehen, passende Mitarbeiter systematisch zu gewinnen, auszuwählen und an das Unternehmen zu binden", sagt Thomas Kleb, Geschäftsführer von Terra Personalmarketing. Die drei Aspekte Attraktivität, Unverwechselbarkeit und Nachhaltigkeit seien Voraussetzung für ein in sich stimmiges und nach außen überzeugendes Employer Branding, für die Arbeitgebermarke."In Deutschland missverstehen Unternehmen Employer Branding häufig als Arbeitgeberimage oder schielen nur auf Recruiting. Dabei umfasst Employer Branding viel mehr", sagt Wolf Reiner Kriegler, Gründer und Geschäftsführer der DEBA in Berlin. Die DEBA identifiziert fünf Bereiche, in denen Employer Branding Wettbewerbsvorteile aktiviert: Mitarbeitergewinnung, -bindung, Unternehmenskultur, Leistung und Ergebnis sowie Unternehmensmarke. Die Entscheidung für einen Arbeitgeber und einen Arbeitsplatz sei "eine sensible für die Zukunft eines Menschen", sagt Kriegler. Der Suchende frage sich, warum soll ich gerade zu Unternehmen A und nicht zu B gehen? Und ein gutes Employer Branding liefere darauf die Antwort.
Dabei ist das Gehalt längst nicht mehr das wichtigste Kriterium. Jobsuchende legen Wert auf ein positives Arbeitsklima, interessante Augaben, flexible Arbeitszeiten, Aufstiegs- und langfristige Entwicklungsmöglichkeiten sowie Vertrauenswürdigkeit und Werteverständnis des Arbeitgebers, aber auch auf Work-Life-Balance.
Wie wird ein Unternehmen zum sogenannten First-Choice-Arbeitgeber und welche Faktoren beeinflussen das Employer Branding? An erster Stelle stehe der Bekanntheitsgrad des Unternehmens, sagt Kleb. "Ist er gering, hilft auch ein gutes Image nicht viel weiter, weil das Unternehmen die Zielgruppe gar nicht erreicht." Aber auch Erfahrung und Tradition, Innovationsgrad, Solidität und Internationalität beeinflussen laut Kleb den Employer Brand. Die gestalterische Kraft der Personalverantwortlichen dürfe ebenfalls nicht unterschätzt werden. Dabei gehe es darum, wie diese auftreten, wie sie Bewerberkorrespondenz und -gespräche führen.
Ein erfolgreiches Employer Branding orientiert sich laut Thomas Kleb immer an der gesamten Corporate Identity des Unternehmens, an den Werten und Leitsätzen, die diese hat. "Employer Branding ist in diesem Sinne ein Bestandteil des gesamten Branding." Auch nach Ansicht von Eva-Miriam Böttcher, Leiterin Personalmarketing der WestLB, handelt es sich um eine Managementaufgabe: "Für mich ist Employer Branding neben dem Corporate Branding eine Aufgabe der strategischen Unternehmensführung."
Quelle:Abendblatt



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