16 Einträge der Kategorie Personalplanung"

22. November 2006

Reguläre Arbeitsverhältnisse auf dem Rückzug

Brüssel will das Arbeitsrecht entstauben
Die EU-Kommission setzt sich für eine durchgreifende Modernisierung des Arbeitsrechts in Deutschland und den anderen EU-Ländern ein. Es gehe darum, auf die steigende Zahl flexibler und „nicht-standardisierter“ Arbeitsverhältnisse zu antworten und ein „Höchstmaß an Sicherheit für alle“ zu garantieren, heißt es in einem Grünbuch, das die Kommission am Mittwoch vorlegen will.Nur durch eine Reform des Arbeitsrechts und einen Umbau des Sozialstaats ließen sich Risiken der Flexibilisierung mindern und Chancen für Arbeitnehmer und Unternehmen nutzen, so die Mahnung. Das 14-seitige Dokument, das dem Handelsblatt vorliegt, ist das Ergebnis einer monatelangen, schwierigen Kompromisssuche. Deutsche und europäische Arbeitgeberverbände hatten bis zuletzt versucht, kritische Bewertungen der neuen, flexiblen Arbeitswelt zu verhindern. Im Gegenzug hatten Gewerkschaften und Sozialverbände gefordert, das „europäische Sozialmodell“ herauszustellen und Mindeststandards einzuführen.

Die Kommission hat sich für einen Mittelweg entschieden – und ist klaren Empfehlungen ausgewichen. Im Mittelpunkt des Grünbuchs steht nun das Konzept der so genannten „Flexicurity“, also einer Kombination aus „Flexibility“ und „Security“. Dieses Konzept ist bereits auf mehreren EU-Gipfeln diskutiert worden, bisher aber unscharf geblieben. DasGrünbuch solle die Diskussion vorantreiben, sagte EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla dem Handelsblatt in Brüssel. Am Ende könnten neue Strategien oder Gesetze stehen, fügte er hinzu. Erste Vorschläge sollen noch unter deutschem EU-Ratsvorsitz Anfang 2007 erarbeitet werden.

„Die Arbeit ändert sich, also muss sich auch das Arbeitsrecht ändern“, betonte Spidla. In den vergangenen Jahren hätten Flexibilisierung und Individualisierung der Arbeit rasant zugenommen. So sei die Zahl der unbefristeten Normalarbeitsverhältnisse 2005 EU-weit auf 60 Prozent zurückgegangen. Demgegenüber stieg der Anteil flexibler oder prekärer Arbeitsverhältnisse auf 40 % – Tendenz steigend. Diese Entwicklung habe zur Folge, dass die Sozialabgaben auf immer weniger Schultern verteilt werden, warnte Spidla: „Nur noch 30 Prozent der Arbeitnehmer tragen die Last der gesamten Gesellschaft“. Auf Dauer sei dies nicht haltbar.

Zudem bestehe „das Risiko, dass ein Teil der Beschäftigten sich in einer Folge von befristeten, gering qualifizierten Jobs mit ungenügender sozialer Absicherung verfängt und so in eine gefährdete Lage gerät“, heißt es im Grünbuch der Kommission. Dieser Gefahr müsse auch die Bundesrepublik begegnen, sagte Spidla. Zwar sei die Debatte über eine Unterschicht für ein reiches Land wie Deutschland schmerzlich. Auch zeigten die Berliner Arbeitsmarktreformen erste Wirkung. Nun gehe es aber darum, entstandene Verunsicherungen zu beseitigen und den Menschen neue Perspektiven zu geben.„Sicherheit macht Flexibilität erst möglich“, sagte Spidla. „Man steigt schließlich auch keine Bergwand hinauf ohne Sicherheitsseil“. Wie ein neues Arbeitsrecht aussehen könnte, das Flexibilität und Sicherheit miteinander vereinbart, ließ er jedoch noch offen. „Wir haben keine fertigen Antworten“, sagte er. Es gebe auch kein Modell, dem Deutschland oder andere EU-Länder unbesehen folgen könnten. „Deutschland kann von Dänemark lernen, aber auch von Österreich, Großbritannien und sogar Tschechien“, so Spidla.Zurückhaltend äußerte sich der Tscheche zum europäischen Sozialmodell. Zwar sei er mit dem früheren EU-Kommissionschef Jacques Delors einig, dass der europäische Binnenmarkt eine „soziale Komponente“ brauche. Auch könne er sich vorstellen, dass Mindestlöhne und andere Sozialstandards sinnvoll sind. Es sei aber nicht die Aufgabe der Kommission, voranzupreschen und den Mitgliedern Vorschriften zu machen. Sollte der deutsche Ratsvorsitz jedoch sozialpolitische Initiativen ergreifen, werde er gern helfen.

Quelle: Handeslblatt

03. August 2006

Human Resources - Unruhige Zeiten

Deutschland steht vor einem Rekordjahr an Fusionen über Firmenübernahmen. Für Mitarbeiter und Unternehmen birgt das Risiken, aber auch Chancen. Juristen, Personalberater und weitere Experten beantworten die zehn wichtigsten Fragen.


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01. August 2006

Reinholz: Bis 2013 rund 130 000 neue Arbeitskräfte in Thüringen benötigt

Freistaat fördert berufliche Aus- und Weiterbildung mit rund 43 Mio. €
Anlässlich des Schuljahresendes hat Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz an die Unternehmen im Freistaat appelliert, verstärkt Lehrstellen anzubieten. „Der Fachkräftebedarf von morgen kann nur dadurch gedeckt werden, dass heute mit Volldampf ausgebildet wird“, sagte Reinholz. Er verwies auf die aktuelle Fachkräftestudie, derzufolge in Thüringen bis zum Jahr 2013 zwischen 110 000 und 130 000 neue Fachkräfte gebraucht werden.

Die größte Nachfrage – mit einem Bedarf von jeweils mehr als 7 000 Stellen – ergibt sich dabei in den Ingenieur-, Metall- und Technikerberufen, Büroberufen, Gesundheitsdienstleistungen, Handelsberufen, Reinigungs- und Entsorgungsberufen sowie sozialpflegerischen Berufen. Auf diese Tätigkeiten entfällt die Hälfte des gesamten Neubedarfs an Fachkräften. Fast 90% des Neubedarfs entstehen, weil Stellen älterer Beschäftigter, die aus dem Erwerbsleben ausscheiden, neu besetzt werden müssen. Rund 10% der Nachfrage ergeben sich aus dem Beschäftigungszuwachs vor allem im verarbeitenden Gewerbe.

Reinholz machte deutlich, dass sich im Vorhersagezeitraum der Fachkräftestudie bis 2013 kein generelles Defizit an Fachkräften in Thüringen ergibt. So steht zur Deckung der Gesamtnachfrage in Thüringen ein großes Reservoir an Absolventen der beruflichen Ausbildung oder eines Studiums, an Berufspendlern und Arbeitslosen zur Verfügung, das quantitativ über dem prognostizierten Einstellungsbedarf der Unternehmen liegt.

Dennoch können sich in Teilbereichen des Arbeitsmarktes Fachkräftedefizite entwickeln. Das betrifft insbesondere die Ingenieur- und Technikerberufe sowie verschiedene qualifizierte Facharbeiterberufe. Problematisch seien in diesem Zusammenhang auch die weiterhin drastisch sinkenden Schülerzahlen. Nach Schätzungen der Bundesagentur für Arbeit (BA) wird die Zahl der Schulabgänger in Thüringen von knapp 32 500 in diesem Jahr auf weniger als 17 000 im Jahr 2013 sinken. „Darauf müssen sich die Unternehmen durch Ausbildung, Personalplanung und eine angemessene Lohnpolitik frühzeitig einstellen“, forderte der Minister.

„Es besteht die Gefahr, dass Angebot und Nachfrage nach Fachkräften weiter auseinanderdriften“, so Reinholz. So werde in einigen Bereichen – z.B. den Bauberufen – derzeit noch über den zu erwartenden Bedarf hinaus ausgebildet, während in einigen Dienstleistungsberufen zu wenig qualifiziertes Personal zur Verfügung steht. „Die wichtigste Aufgabe von Politik und Wirtschaft muss es daher sein, durch geeignete Aus- und Weiterbildungsangebote und eine bessere Berufswahlvorbereitung die Lücke zwischen Fachkräfteangebot und -nachfrage zu schließen“, so der Wirtschaftsminister.

Dazu leistet im Rahmen des Thüringer Ausbildungspakts auch die Thüringer Landesregierung einen erheblichen Beitrag – von der Förderung von Ausbildungsplätzen und Qualifizierungsmaßnahmen über die Unterstützung einer möglichst frühzeitigen Berufswahlvorbereitung in den Schulen und die Informationskampagne „thueringenperspektiv.de“ bis hin zur Förderung sogenannter Qualifizierungsberater, die die Unternehmen in Fragen der beruflichen Aus- und Weiterbildung beraten. Insgesamt gibt der Freistaat in diesem Jahr rund 43 Mio. € für diesen Zweck aus.

Die Studie „Entwicklung des Fachkräftebedarfs in Thüringen 2006“ ist eine Fortschreibung der erstmals im Jahr 2002 aufgelegten Fachkräftestudie und beschreibt die gegenwärtige und zukünftige Entwicklung des Arbeits- und Fachkräftebedarfs in den einzelnen Berufsgruppen und in den vier Thüringer Planungsregionen. Derzeit liegen erste Ergebnisse der Studie vor, die am 13. September 2006 veröffentlicht wird.

Quelle:http://www.thueringen.de

31. Juli 2006

Human Resources - Woran es Ingenieursbewerbern mangelt

Der deutsche Maschinenbau boomt, doch der Mangel an Ingenieuren droht das starke Wachstum zu hemmen. 7000 Stellen sind allein in den Unternehmen des Maschinenbaus unbesetzt. Und diejenigen Kandidaten, die sich bewerben, sind allzu oft nicht geeignet.

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27. Juli 2006

Karriereautomobil.de – das neue Jobportal für den Automobilhandel

Karriereautomobil.de nimmt den Start auf –spezialisierte Stellenangebote für die Automobilbranche

Seit über 10 Jahren betreuen die Gründer von karriereautomobil.de, Stephan Grabmeier und Mathias Wüntsch Automobilhersteller in Europa. Die ausgewiesene Expertise in der Suche,- Auswahl- und Entwicklung von Mitarbeitern im Automobilhandel haben beide nun unter der neuen Plattform karrierautomobil.de vereint.

25. Juli 2006

Dem Maschinenbau fehlen 7000 Fachleute. Personalberater sehen die Schuld auch bei den Firmen: Sie hätten jahrelang geschlafen

Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer schlagen Alarm:
Den Unternehmen fehlten derzeit rund 7000 gut ausgebildete Ingenieure, hat der Branchenverband VDMA in einer Umfrage ermittelt, die er am Montag veröffentlichte. Schon heute müssten 41 Prozent der befragten Unternehmen Unteraufträge an andere Firmen vergeben, weil das Personal fehlt. Fast ebenso viele müssen Leiharbeitskräfte beschäftigen, klagen die Unternehmen. Elf Prozent gaben sogar an, die Arbeit ins Ausland verlagern zu müssen. Ein Teil der Krise scheint allerdings hausgemacht zu sein: „Die Unternehmen haben fünf Jahre lang geschlafen“, sagt Jürgen Below, Berliner Bürochef der Unternehmensberatung Kienbaum, dem Tagesspiegel. Viele hätten sich in den Zeiten schwacher Wirtschaftsentwicklung nicht oder zu wenig um den Nachwuchs bemüht – und müssten jetzt die Rechnung dafür zahlen.

20. Juli 2006

Unternehmensstrategie: Wichtige Orientierung für Mitarbeiter

Die Kenntnis der Unternehmensstrategie des Arbeitgebers ist für die deutschen Beschäftigten von essenzieller Bedeutung.
Mehr als zwei Drittel glauben, dass sie ohne das Wissen um
die Strategie, ihren Job nicht vernünftig machen könnten. Nur eine Minderheit denkt, dass es keine Rolle spielt, ob man den Plan zum Erreichen der Firmenziele kennt oder nicht. Das ist das Ergebnis
einer aktuellen Umfrage der europäischen Jobbörse StepStone, die unter knapp 10.000 Besuchern in acht Ländern Europas durchgeführt wurde.

18. Juli 2006

Mitarbeitersuche international: Am liebsten Kandidaten aus Österreich und Frankreich

Um national und international wettbewerbsfähig zu bleiben und dem wachsenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken,
wird die Suche nach Mitarbeitern aus anderen Ländern für Unternehmen immer wichtiger. Heute rekrutieren bereits 55 Prozent der deutschen Unternehmen Mitarbeiter aus dem Ausland. Dabei bevorzugen sie vor allem Bewerber aus Österreich (52 Prozent) und Frankreich (37 Prozent).

Internet-Stellenbörsen weiterhin beliebtestes Medium für die Stellensuche

Erste Ergebnisse der Studie „Bewerbungspraxis 2007“ der Universität Frankfurt und Monster Worldwide

Frankfurt/Main und Bad Homburg, 12. Juli 2006 – Mehr als 82 Prozent aller Bewerber nutzen Internet-Stellenbörsen häufig oder sehr häufig zur Jobsuche. Das ist eines der Ergebnisse der Studie „Bewerbungspraxis 2007“ des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main und des Online-Stellenportals Monster Worldwide. Damit bleiben Internet-Stellenbörsen die erste Anlaufstelle bei der Suche nach Jobofferten. An zweiter Stelle stehen Unternehmenswebseiten, die von knapp 55 Prozent der Befragten für Bewerbungsrecherchen genutzt werden. Außerdem sind 53 Prozent aller Bewerber der Auffassung, dass sie über eine Internet-Stellenbörse am schnellsten eine Stelle finden.

Auch 2006 ziehen 53 Prozent der Stellensuchenden die elektronische Bewerbung der Papierbewerbung vor. Zudem wird die E-Mail-Bewerbung gegenüber der Formularbewerbung über Unternehmenswebseiten von 63 Prozent der Befragten favorisiert. Einer der Gründe hierfür ist die Möglichkeit, E-Mail Bewerbungen mehrfach zu verwenden zu können. Fast 70 Prozent der Befragten haben außerdem ihren Lebenslauf in Datenbanken der Online-Stellenbörsen hinterlegt. Bewerber erreichen damit nach eigener Einschätzung einen größeren Kreis von Firmen als durch eine direkte Ansprache der Arbeitgeber.

Im Hinblick auf die Nutzung der Internet-Stellenbörsen stellen für 80 Prozent der Befragten die Jobsuche nach Regionen und für 50 Prozent ein Job-Assistent, der in regelmäßigen Abständen passende Angebote per E-Mail versendet, die wichtigsten Funktionalitäten dar. Mehr als 32 Prozent der Befragten rufen über Online-Stellenportale Informationen über Unternehmensprofile ab und knapp 28 Prozent suchen nach Weiterbildungsmöglichkeiten. Jeder Fünfte ist aber auch an Material zum Thema Arbeitslosigkeit interessiert.

Die Studie belegt: Das Internet bleibt für die Bewerber das wichtigste Medium bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz, sagt Prof. Dr. Wolfgang König vom Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Frankfurt. „Insbesondere in der Bewertung der Effektivität legen die Online-Jobportale bei den Bewerbern in diesem Jahr nochmals zu. Neben der klassischen Stellensuche über geschaltete Anzeigen ist die Speicherung von Lebensläufen in Bewerberdatenbanken sehr gefragt. Die Bewerber schätzen hier, dass sie direkt von den Firmen angesprochen werden.“

Die zum vierten Mal erscheinende Studie „Bewerbungspraxis 2007“ der Universität Frankfurt und des Online-Karriereportals Monster Worldwide beleuchtet Bewerbungsverhalten und -trends in Deutschland. An der diesjährigen Internet-Befragung beteiligten sich über 10.000 Personen.

Die vollständige Studie wird Ende des Jahres 2006 zur Verfügung stehen. Neben „Bewerbungspraxis“ geben die Universität Frankfurt und Monster Deutschland auch die jährliche Unternehmensbefragung „Recruiting Trends“ heraus. Beide Studien können unter studie@monster.de angefordert werden.

Über Monster Deutschland:

Monster Deutschland ( www.monster.de ) ist ein führendes Karriere-Portal im Internet. Firmensitz der Monster Worldwide Deutschland GmbH ist Bad Homburg bei Frankfurt/Main. Die Monster Worldwide Deutschland GmbH ist ein Tochterunternehmen der Monster Worldwide Inc. mit Sitz in New York, seit 1994 im Bereich Online-Rekrutierung aktiv und eines der weltweit größten Stellen-Portale im Internet. Das Angebot umfasst 26 nationale Webseiten mit lokalen Inhalten in 24 Ländern. Monster Worldwide (NASDAQ: MNST) hat weltweit ca. 4.300 Mitarbeiter und ist in den Aktienindizes S&P 500 und NASDAQ-100 gelistet.

Die Monster Worldwide Deutschland GmbH ging 2005 aus der Fusion von Monster Deutschland und der Jobpilot GmbH hervor, nachdem Monster Deutschland die Jobpilot GmbH 2004 übernommen hat. Monster Deutschland bietet ein umfassendes Service- und Informationsprogramm rund um Beruf und Karriere. Qualifizierte Stellenbewerber aus allen Berufsgruppen und führende Stellenanbieter aus allen Branchen nutzen das Online-Stellenportal.

Weitere Informationen:

Monster Worldwide Deutschland GmbH
Siemensstraße 15-17
61352 Bad Homburg
Web: www.monster.de

06. Juli 2006

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) vom Bundestag verabschiedet

Wichtige Änderungen gegenüber dem bisherigen Gesetzentwurf: Kündigungen nicht vom AGG erfasst, Klagerecht für Betriebsräte und Gewerkschaftsvertreter eingeschränkt, Beweislastregelung und Fristen modifiziert.    

In 2. und 3. Lesung hat der Bundestag am 29.6.2006 die endgültige Fassung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes – AGG – beschlossen. Gegenüber dem Regierungsentwurf vom 18.6.2006 (BT-Drs. 16/1780) wurden dabei genau diejenigen strittigen Punkte noch in letzter Minute abgeändert, die der Rechtsausschuss in seiner Beschlussempfehlung vom 28.6.06 vorgeschlagenen hatte (Rechtsausschuss-Drs. 16/2022). Das AGG wird dadurch erheblich entschärft. Um wie geplant zum 1. August 2006 in Kraft treten zu können, muss das AGG noch den Bundesrat passieren. Dieser wird sich damit am 7.7.2006 in seiner letzten Sitzung vor der parlamentarischen Sommerpause befassen – es ist nicht zu erwarten, dass die Ländervertretung das Gesetz durch eine Einspruchseinlegung noch stoppen wird.

Folgende Änderungen wurden beschlossen:

Für Kündigungen gelten „ausschließlich“ die Bestimmungen zum allgemeinen und besonderen Kündigungsschutz (§ 2 Abs. 4 AGG). Das bedeutet, dass u. a. im Rahmen der Sozialauswahl nach dem Alter differenziert werden darf.

Die in § 15 Abs. 4 AGG vorgesehene Frist zur Geltendmachung eines Schadensersatz- bzw. Entschädigungsanspruchs wurde von drei auf zwei Monate verkürzt.

In Betrieben mit mindestens fünf Arbeitnehmern haben der Betriebsrat sowie eine im Betrieb vertretene Gewerkschaft bei Verstößen des Arbeitgebers gegen das Benachteiligungsverbot ein eigenes Klagerecht. Dieses ist jedoch beschränkt auf „grobe Verstöße“ des Arbeitgebers. In solchen Fällen kann dem Arbeitgeber durch Anrufung der Arbeitsgerichte aufgegeben werden, gegen das AGG verstoßende Handlungen zu unterlassen (z. B. eine Einstellungspraxis, die eine der in § 1 AGG aufgeführten Gruppen ausgrenzt), vom AGG erlaubte Handlungen zu dulden (z. B. Ausübung des Beschwerderechts von Arbeitnehmern nach § 13 AGG) oder dem AGG entsprechende Handlungen vorzunehmen (z. B. Maßnahmen nach § 12 AGG wie interne Mitarbeiterschulungen). Betriebsräte bzw. Gewerkschaftsvertreter können dagegen keine Entschädigungs- bzw. Schadensersatzansprüche des betroffenen Arbeitnehmers einklagen, weder als eigene Ansprüche noch in Vertretung des Arbeitnehmers im Rahmen einer Prozessstandschaft.

Die Beweislastregelung in § 22 AGG lautet nunmehr: „Wenn im Streitfall die eine Partei Indizien beweist, die eine Benachteiligung wegen eines in § 1 genannten Grundes vermuten lassen, trägt die andere Partei die Beweislast dafür, dass kein Verstoß gegen die Bestimmungen zum Schutz vor Benachteiligung vorgelegen hat.“ Damit wird sprachlich klargestellt, dass es für den Arbeitnehmer nicht ausreicht, durch die bloße Glaubhaftmachung einer Benachteiligung die Beweislast für das Gegenteil auf den Arbeitgeber abzuwälzen.

Antidiskriminierungsverbände dürfen in Arbeitsgerichtsprozessen nicht mehr als „Bevollmächtigte“ von benachteiligten Arbeitnehmern auftreten sondern nur noch als deren „Beistände“. Damit wird die Möglichkeit gestrichen, dass die Verbände die formale Stellung eines Prozessbevollmächtigten einnehmen. Sie dürfen Benachteiligte vor und in einem Gerichtsverfahren nur beraten und ihnen Hilfe bei der Vorbereitung von Klagen und Schriftsätzen leisten. In gerichtliche Verhandlungen dürfen sie Arbeitnehmer begleiten und dort als Beistand auftreten. Schon der ursprüngliche Gesetzentwurf hatte ein echtes „Verbandsklagerecht“, also das Recht für Verbände, die Benachteiligung eines Arbeitnehmers selbst als Verletzung in eigenen (Verbands-)Rechten geltend zu machen, nicht vorgesehen.

Auch im Abschnitt zum allgemeinen Zivilrecht gab es Änderungen: Im Gegensatz zum arbeitsrechtlichen Teil des AGG wurde hier u. a. das Diskriminierungskriterium der „Weltanschauung“ in §§ 19, 20 AGG gestrichen.

28. Juni 2006

Adecco stellt "Career Centers" zur Vermittlung von Fachkräften vor

Erstes Career Center in Brüssel eingeweiht; weiterer Schritt auf dem Weg zum Fachkräftespezialisten

Brüssel - 27. Juni 2006: Adecco, der Weltmarktführer im Bereich Human Resources, hat heute sein erstes Career Center im Stadtzentrum von Brüssel eröffnet. Im Career Center ist erstmalig das gesamte Spektrum der Stellenvermittlung und Karriereberatung gebündelt zu finden - unter einem Dach und aus einer Hand.
Das Adecco Career Center vermittelt sowohl feste Stellen als auch Temporärarbeit. Die Dienstleistungen reichen von Kompetenzbeurteilung und Karriereplanung über Aus- und Weiterbildung bis zur Stellenvermittlung. Für Unternehmen gehören Bewerberauswahl und Rekrutierung ebenso zum Leistungsportfolio wie Vertragsabwicklung, Outsourcing, vorübergehende Betriebsleitung und Outplacement.

20. Juni 2006

HR-Outsourcing: Die Personalstrategie als Kulturfrage

Die Diskussion über Sinn und Grenzen von externer Erledigung von Human Resources Management
mündete bald auch in ein Gespräch über das Selbstverständnis des modernen Personalmanagers.Personalarbeit im Unternehmen ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor", "Strategie lässt sich nicht outsourcen", es geht auch um "Employer Branding", um sich als attraktiver Arbeitgeber darzustellen.

16. Juni 2006

Fachkräftemangel: Führungskräfte im Ruhestand sollen helfen / Die Commerzbank AG, die Pfizer Deutschland GmbH und die HypoVereinsbank AG unterstützen Erfahrung-Deutschland.de

Die HypoVereinsbank AG unterstützt ab sofort die Initiative Erfahrung-Deutschland.de.
Sie ist nach der Commerzbank AG und der Pfizer Deutschland GmbH das dritte Unternehmen, das sich am Aufbau der Initiative beteiligt. Erfahrung-Deutschland.de vermittelt über ein Online-Portal Führungskräfte im Ruhestand an Unternehmen.

14. Juni 2006

Ohne gutes Personal geht nichts mehr

Unternehmensverbände sehen Qualifikation als wesentliche Voraussetzung für das Wachstum von Unternehmen.
Qualifiziertes Personal ist die Voraussetzung für die Entwicklung neuer Technologien und Produkte. Diese Innovationen wiederum sind die Basis für wirtschaftliches Wachstum, ohne das Beschäftigungssicherung und die Schaffung neuer Jobs nicht möglich ist.

Winterthur-Verkauf: Konsequenzen für Personal offen

Nach dem Winterthur-Verkauf sind die Konsequenzen für die knapp 19'000 Beschäftigten der traditionsreichen Versicherung in 17 Ländern offen.
Ab 2008 will der Käufer aber 440 Millionen Franken jährlich einsparen.

Personalplanung - Gefährliche Lücken

Die allermeisten Chefs vernachlässigen die Rekrutierung und Förderung künftiger Top-Führungskräfte.
Lediglich 20 Prozent der Konzerne besetzen offene Positionen im oberen Management immer nahtlos mit eigenen Kandidaten.

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