26 Einträge der Kategorie Personen"

21. Dezember 2006

Ärger bei Job-Anbietern Henrico Frank bewirbt sich nicht

Der arbeitslose Henrico Frank zeigt bisher kein Interesse an den von SPD-Chef Kurt Beck vermittelten Jobangeboten. Er hat sich noch bei keiner der acht Firmen beworben. Sieben Unternehmen berichteten, dass sich bis Mittwochmittag nur Franks „Sprecherin“ gemeldet, nach Details gefragt und auf seine gesundheitlichen Probleme hingewiesen habe."Er soll sich trotz seiner gesundheitlichen Beschwerden bei uns vorstellen“, teilte ein Baubetrieb in Wörrstadt mit. Auch zwei Firmen in Ingelheim und Mainz betonten, ihr Angebot an Frank stehe weiterhin. „Wir warten noch auf seine Bewerbung“, sagte die Sprecherin eines Bauunternehmens in Ingelheim.




Zu den Angeboten gehören ein Spüler-Job in einer Wiesbadener Gaststätte, eine Arbeit als Müllsammler, ein kostenloses Coaching und die Ausbildung zum Lastwagenfahrer mit anschließender Festanstellung. Das Angebot kam von der Logistik-Firma Fiege uni/Serv in Greven, die derzeit 200 Lastwagenfahrer sucht.


"Nicht mal in der Lage, persönlich zu kommen"

Dass sich Frank nicht selbst gemeldet hat, kam bei einigen der Unternehmen schlecht an. „Wir hätten ihn ja genommen, aber er ist ja nicht mal in der Lage, persönlich zu kommen“, kritisierte die Unternehmerin Hannelore Kilb von der Kilb Wertstoff-Recycling GmbH in Kelkheim bei Frankfurt. Franks „Sprecherin“ habe gesagt, dieser könne das Angebot wegen seiner gesundheitlichen Probleme voraussichtlich nicht annehmen. „Wieso sucht der dann einen Job?“, fragte sich Kilb.

Quelle: businessnews.com

22. November 2006

Reguläre Arbeitsverhältnisse auf dem Rückzug

Brüssel will das Arbeitsrecht entstauben
Die EU-Kommission setzt sich für eine durchgreifende Modernisierung des Arbeitsrechts in Deutschland und den anderen EU-Ländern ein. Es gehe darum, auf die steigende Zahl flexibler und „nicht-standardisierter“ Arbeitsverhältnisse zu antworten und ein „Höchstmaß an Sicherheit für alle“ zu garantieren, heißt es in einem Grünbuch, das die Kommission am Mittwoch vorlegen will.Nur durch eine Reform des Arbeitsrechts und einen Umbau des Sozialstaats ließen sich Risiken der Flexibilisierung mindern und Chancen für Arbeitnehmer und Unternehmen nutzen, so die Mahnung. Das 14-seitige Dokument, das dem Handelsblatt vorliegt, ist das Ergebnis einer monatelangen, schwierigen Kompromisssuche. Deutsche und europäische Arbeitgeberverbände hatten bis zuletzt versucht, kritische Bewertungen der neuen, flexiblen Arbeitswelt zu verhindern. Im Gegenzug hatten Gewerkschaften und Sozialverbände gefordert, das „europäische Sozialmodell“ herauszustellen und Mindeststandards einzuführen.

Die Kommission hat sich für einen Mittelweg entschieden – und ist klaren Empfehlungen ausgewichen. Im Mittelpunkt des Grünbuchs steht nun das Konzept der so genannten „Flexicurity“, also einer Kombination aus „Flexibility“ und „Security“. Dieses Konzept ist bereits auf mehreren EU-Gipfeln diskutiert worden, bisher aber unscharf geblieben. DasGrünbuch solle die Diskussion vorantreiben, sagte EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla dem Handelsblatt in Brüssel. Am Ende könnten neue Strategien oder Gesetze stehen, fügte er hinzu. Erste Vorschläge sollen noch unter deutschem EU-Ratsvorsitz Anfang 2007 erarbeitet werden.

„Die Arbeit ändert sich, also muss sich auch das Arbeitsrecht ändern“, betonte Spidla. In den vergangenen Jahren hätten Flexibilisierung und Individualisierung der Arbeit rasant zugenommen. So sei die Zahl der unbefristeten Normalarbeitsverhältnisse 2005 EU-weit auf 60 Prozent zurückgegangen. Demgegenüber stieg der Anteil flexibler oder prekärer Arbeitsverhältnisse auf 40 % – Tendenz steigend. Diese Entwicklung habe zur Folge, dass die Sozialabgaben auf immer weniger Schultern verteilt werden, warnte Spidla: „Nur noch 30 Prozent der Arbeitnehmer tragen die Last der gesamten Gesellschaft“. Auf Dauer sei dies nicht haltbar.

Zudem bestehe „das Risiko, dass ein Teil der Beschäftigten sich in einer Folge von befristeten, gering qualifizierten Jobs mit ungenügender sozialer Absicherung verfängt und so in eine gefährdete Lage gerät“, heißt es im Grünbuch der Kommission. Dieser Gefahr müsse auch die Bundesrepublik begegnen, sagte Spidla. Zwar sei die Debatte über eine Unterschicht für ein reiches Land wie Deutschland schmerzlich. Auch zeigten die Berliner Arbeitsmarktreformen erste Wirkung. Nun gehe es aber darum, entstandene Verunsicherungen zu beseitigen und den Menschen neue Perspektiven zu geben.„Sicherheit macht Flexibilität erst möglich“, sagte Spidla. „Man steigt schließlich auch keine Bergwand hinauf ohne Sicherheitsseil“. Wie ein neues Arbeitsrecht aussehen könnte, das Flexibilität und Sicherheit miteinander vereinbart, ließ er jedoch noch offen. „Wir haben keine fertigen Antworten“, sagte er. Es gebe auch kein Modell, dem Deutschland oder andere EU-Länder unbesehen folgen könnten. „Deutschland kann von Dänemark lernen, aber auch von Österreich, Großbritannien und sogar Tschechien“, so Spidla.Zurückhaltend äußerte sich der Tscheche zum europäischen Sozialmodell. Zwar sei er mit dem früheren EU-Kommissionschef Jacques Delors einig, dass der europäische Binnenmarkt eine „soziale Komponente“ brauche. Auch könne er sich vorstellen, dass Mindestlöhne und andere Sozialstandards sinnvoll sind. Es sei aber nicht die Aufgabe der Kommission, voranzupreschen und den Mitgliedern Vorschriften zu machen. Sollte der deutsche Ratsvorsitz jedoch sozialpolitische Initiativen ergreifen, werde er gern helfen.

Quelle: Handeslblatt

06. September 2006

Es lebe der Bachelor und Master Abschluss

Im Jahre 2005 haben es ca. 252.500 Akademiker geschafft und Ihren Hochschulabschluss absolviert.
Der erfolgreichste Studiengang nach Abschlüssen, ist der Bachelor und Master. Hier gab es einen Zuwachs von ca. 65% gegenüber den Vorjahren. Die Studiengänge Architektur und Bauingenieurwesen nehmen weiter ab und spiegeln den Wirtschaftstrend am Markt wieder.

Die beliebten Studienabschlüsse:

9.200 Masterabschlüsse
9.800 Bachelorabschlüsse
108.000 Studenten machten einen Uniabschluss
81.500 Studenten machten einen FH Abschluss
24.300 Studenten haben erfolgreich promoviert
13.600 Studenten absolvierten Ihr Informatik Studium

11. August 2006

Falsche Selbsteinschätzung führt zu Jobfrust

Viele Beschäftigte machen sich mit ihren Fähigkeiten und beruflichen Zielen etwas vor, meint Personalberater Lahm in der Netzeitung. Die Folge ist berufliche Unzufriedenheit oder die ständige Flucht in einen anderen Job.


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MBA-Absolventen schätzen Gehaltsvorstellungen richtig ein

Durchschnittlich verlangen MBA-Absolventen 2 252 Euro mehr Jahresgehalt, als sie angeboten bekommen. Sie treffen aber insgesamt ziemlich genau die Angebote ihrer Arbeitgeber. Dies fand der Recruiting Report von WetFeet Research & Consulting's heraus.


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08. August 2006

Arbeitskosten Fast 28 Euro pro Stunde

Die westdeutschen Industrieunternehmen mussten im Jahr 2005 für jede Arbeiterstunde 27,87 Euro aufwenden. Nur in Norwegen (29,45 Euro) und Dänemark (28,33 Euro) waren die industriellen Arbeitskosten noch höher.


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07. August 2006

Ansprüche der Bankkunden wachsen

Bankkunden werden immer anspruchsvoller. Davon gehen die Entscheider deutscher Kreditinstitute aus. 93 Prozent rechnen damit, dass ihre Kunden zukünftig hohen bis sehr hohen Wert auf gute Beratung durch die eigenen Bankmitarbeiter legen.

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03. August 2006

Human Resources - Unruhige Zeiten

Deutschland steht vor einem Rekordjahr an Fusionen über Firmenübernahmen. Für Mitarbeiter und Unternehmen birgt das Risiken, aber auch Chancen. Juristen, Personalberater und weitere Experten beantworten die zehn wichtigsten Fragen.


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02. August 2006

Die "etwas andere" Stellensuche Mit dem richtigen Sucherfolg in den nächsten Job

Die Suche nach einer passenden Lehrstelle oder einem geeignetem Job kann zeitraubend und lästig sein. Schön, dass es auch anders geht - einfacher und komfortabler. Die Stellen-Suchmaschine der Frankfurter Intelligence Competence Center AG in Zusammenarbeit mit Sparkasse.de macht’s möglich.

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01. August 2006

Arbeitsgericht Job weg wegen Privatpost

Ein Angestellter hat auf Firmenkosten private Briefe verschickt. Ihm wurde fristlos gekündigt. Gesamtschaden: Fünf Euro. Dennoch ist der Rausschmiss zulässig.

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Urteil zum Arbeitslosengeld Bewerben Sie sich! Sofort.

Zwei Wochen für eine Bewerbung? Arbeitslose, die so lange brauchen, müssen um ihre Stütze fürchten.
Arbeitslose müssen sich auf Job-Angebote schnell bewerben, ansonsten verlieren sie mitunter die Stütze.Arbeitslose müssen mit Sanktionen rechnen, wenn sie sich nicht sofort auf ihnen vermittelte Jobangebote bewerben. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil des hessischen Landessozialgerichts in Darmstadt hervor.

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Viele Bewerber manipulieren ihren Lebenslauf

Die Düsseldorfer Detektei Kocks hat 5 000 Lebensläufe von Stellenbewerbern unter die Lupe genommen und kommt zu dem Schluss, dass jede dritte Selbstbeschreibung eher eine Selbstbeschönigung ist. Die meisten Blender kommen aus einer Branche, die den schönen Schein verkauft.

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31. Juli 2006

Bundesagentur für Arbeit BA plant dritten Arbeitsmarkt

Menschen, die noch nie oder nur wenig gearbeitet haben, könnten in Privathaushalten helfen, schlägt BA-Vorstand Alt vor. Fördermaßnahmen sollen drastisch reduziert werden.
Berlin - Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will die Zahl der Fördermaßnahmen für den Arbeitsmarkt reduzieren. Derzeit gebe es 70 bis 80 arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, deren Nutzen höchst unterschiedlich sei, sagte BA-Vorstand Heinrich Alt der „Berliner Zeitung“.

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Human Resources - Woran es Ingenieursbewerbern mangelt

Der deutsche Maschinenbau boomt, doch der Mangel an Ingenieuren droht das starke Wachstum zu hemmen. 7000 Stellen sind allein in den Unternehmen des Maschinenbaus unbesetzt. Und diejenigen Kandidaten, die sich bewerben, sind allzu oft nicht geeignet.

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Personal Coaching für alle

Weiß der Vorstandsvorsitzende einer Großbank in Managementfragen nicht mehr weiter, wählt er einfach die Telefonnummer seines Personal Coach, und bald ist seine Welt wieder in Ordnung. Davon konnten Abteilungsleiter oder Projektmanager bislang nur träumen, denn die Coaches kosten viel Geld.

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25. Juli 2006

EINSTIEG Abi in München

Am 13. und 14. Oktober 2006 wird die EINSTIEG Abi zum ersten Mal in München stattfinden. Ganz herzlich eingeladen sind Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II, Eltern und Lehrer sich am beiden Tagen von 9 bis 17 Uhr im Océ EventCenter München in Poing kostenlos über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten zu informieren.


Unternehmen, deutsche wie internationale Hochschulen, Sprachreiseanbieter sowie allgemeine Institutionen wie das Auswärtige Amt und das Bundesamt für den Zivildienst werden an beiden Tagen Fragen zu Ausbildung, Studium und Beruf beantworten. Ergänzend werden im umfangreichen Vortragsprogramm Studiengänge, Berufsbilder, Branchen- und Arbeitsmarkttrends vorgestellt werden.

Quelle: Einstieg

Kooperationspartner der Münchner Veranstaltung ist das Staatsministerium für Unterricht und Kultus, die Agentur für Arbeit München, die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern sowie das Bildungswerk der Bayrischen Wirtschaft.

Schirmherrin aller EINSTIEG Abi Messen 2006 ist Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung. Schirmherr der EINSTIEG Abi in München ist Siegfried Schneider, Staatminister des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus.

Absolventen blicken positiv in die Zukunft

Der Arbeitsmarkt für Akademiker hat in den letzten Monaten an positiver Dynamik zugelegt,
das bestätigen nicht nur Studien der ZAV sondern auch eine Umfrage von CampusConcept.
Befragt hat CampusConcept 460 Bewerber, die sich im Vorfeld für die KarriereMessen CampusChances angemeldet und für vorterminierte Bewerbungsgespräche mit den Unternehmen beworben haben.

Dem Maschinenbau fehlen 7000 Fachleute. Personalberater sehen die Schuld auch bei den Firmen: Sie hätten jahrelang geschlafen

Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer schlagen Alarm:
Den Unternehmen fehlten derzeit rund 7000 gut ausgebildete Ingenieure, hat der Branchenverband VDMA in einer Umfrage ermittelt, die er am Montag veröffentlichte. Schon heute müssten 41 Prozent der befragten Unternehmen Unteraufträge an andere Firmen vergeben, weil das Personal fehlt. Fast ebenso viele müssen Leiharbeitskräfte beschäftigen, klagen die Unternehmen. Elf Prozent gaben sogar an, die Arbeit ins Ausland verlagern zu müssen. Ein Teil der Krise scheint allerdings hausgemacht zu sein: „Die Unternehmen haben fünf Jahre lang geschlafen“, sagt Jürgen Below, Berliner Bürochef der Unternehmensberatung Kienbaum, dem Tagesspiegel. Viele hätten sich in den Zeiten schwacher Wirtschaftsentwicklung nicht oder zu wenig um den Nachwuchs bemüht – und müssten jetzt die Rechnung dafür zahlen.

20. Juli 2006

Die Angst der Personaler

Sind Personalchefs die letzten Heuler? Etliche neuere wissenschaftliche Untersuchungen legen diesen Verdacht nahe. Rainer Marr, Professor an der Universität der Bundeswehr München schwant: „Das ist ein dringender Anlass zum Nachdenken.“ Der Experte für Personal- und Organisationsforschung befasst sich mit dieser Spezies, die heute als Personaler firmiert und früher Personal-Sachbearbeiter hieß. Deren Reich waren die wuchtig-staubigen Leitz-Ordner für Lohn und Gehalt von K – M. Heute sind sie Teil eines Systems, das sich Personalmanagement nennt. Doch der neue Name erwies sich nicht als Garant, an strategischen Entscheidungen beteiligt zu werden.

Eine aktuelle Umfrage des Marktforschers Innofact aus Düsseldorf im Auftrag des Handelsblatts belegt: Bei deutschen Managern genießt das Personalmanagement kaum Wertschätzung – insbesondere wenn es um die Wertschöpfung geht, so das Expertenpannel. Nur 17 Prozent der befragten 250 Top-Manager sprachen sich entschieden dafür aus: „Ja, unsere Personaler liefern dazu einen messbaren Beitrag“. Für knapp die Hälfte der Befragten, 47 Prozent des Manager-Votums, liegt die Qualitäten der Personalmanager eher im Nebel. Doch missen oder gar verärgern wollen sie sie auch nicht. Nur für fünf Prozent der Befragten sind sie mit Blick auf die Wertschöpfung völlig ohne Wert. Und 19 Prozent sind sich nicht ganz sicher, ob nicht doch etwas dran ist.

Laut Umfrage ist das Personalwesen nur in einem Drittel der Unternehmen durch ein Mitglied im Vorstand repräsentiert. In fast 40 Prozent erledigt ein Vorstandsmitglied diesen Job en passant mit. Ein Viertel ohne einen Chef-Personaler auf Spitzen-Ebene auskommen. Die Akzeptanz der Personaler variiert entsprechend: Nur in 42 Prozent der Unternehmen sind sie bei strategischen Entscheidungen voll beteiligt. In etwa der gleichen Anzahl von Firmen werden sie „befragt“.
Dabei spielen Personaler nicht nur die Standardklaviatur. In immerhin zwei Drittel der Unternehmen steht nicht nur die Pflicht aus Arbeitsrecht, Lohn und Soziales auf dem Programm. Personaler kümmern sich auch um Controlling, Personalabbau – und Planung. 83 Prozent der Betriebe setzen sie für die Personalentwicklung ein.

Denn wenn es um den Transfer von weichen Daten an die Chefs geht, sieht die Realität anders aus: In 92 Prozent der Unternehmen expediert das Personalmanagement harte Fakten über Fehlzeiten, Kündigungen oder Neueinstellungen. Soft Skills wie zur Mitarbeiterzufriedenheit werden nur in 44 Prozent der Firmen abgeliefert. Damit macht sich das Personalwesen zwar das ingenieurwissenschaftliche Denken vieler Vorstände gemein – Anerkennung gibt trotzdem nicht.

Dass nicht alles graue Theorie ist, zeigt der Hamburger Kosmetik- Konzern Beiersdorf. Hier rückte ein Mann aus der Linie in den Vorstand ein. Seine Aufgabe: Personal, Verwaltung und Umweltschutz. Peter Kleinschmidt ist seit Mai in dieser Position und überzeugt, das “unsere Mitarbeiter eines unserer größten Assetts sind“. Personalmanagement hat für ihn daher „wenig mit Administration, aber viel mit Personalentwicklung und Wertschöpfung zu tun.“ Ein Unternehmen wie Beiersdorf gibt für das Personal das meiste Geld aus, also „wollen wir auch die Energie der Mitarbeiter nutzen“, sagt Kleinschmidt. Er versteht sich daher „als Dienstleister im Unternehmen – mit Blick fürs Ganze.“
Was ein Dienstleister kann – und können sollte – beschreibt Martin Sommer, Leiter des Zentralbereich Personal der Bosch und Siemens Hausgeräte: „Vorausschauendes Recruitment der Potenzialträger, ihre individuell fachliche, persönliche und sprachliche Förderung, weltweite Identifizierung der Führungs- und Nachwuchspotenziale, gecoachtes Lernen, Unterstützung der Karriereentwicklung durch planmäßige Bereichswechsel.“

Christian Scholz, Professor an der Universität des Saarlandes, Lehrstuhl, sekundiert. Für ihn gibt es zwei Typen: „Personaler als Sozialapostel, die vor dem brutalen Darwinismus warnen“ und letztlich die Ängste der Mitarbeiter schüren. Und Personaler als „strategische Modernisierer, die erkennen, dass Unternehmen nur durch eine marktorientierte Flexibilisierung langfristig überleben.“

Doch auch Modernisierer haben es schwer, wenn die Chemie nicht stimmt – von beiden Seiten aus gesehen. Personaler erliegen dabei zuweilen einer fatalen Selbstentmachtung, sagt Uwe Wucknitz von der VPM Unternehmensberatung, in München. Personaler sind vornehmlich kurzfristig ausgerichtet. Sie interpretieren sich derart zurückhaltend, dass sie sich selbst aus der Wertschöpfungskette hinausmanövrieren. Schlimmer noch: Das Selbstbild, so Wucknitz, korrespondiert mit einer Haltung, die die Nase gar nicht erst aus dem Schneckenhaus der Genügsamkeit hinausstreckt. Wucknitz: „Personaler lassen sich leicht entmündigen. Sie mögen ihre liebe alte Rolle und wollen gar kein Partner sein.“ Wenn in der Krise Personalabbau und Kostensenkung zu Synonymen für Personalmanagement werden, reicht diese Attitüde aus. Aber „wenn sich die Konjunktur belebt, ist der kreative Personalmanager gefragt, der sich nachhaltig um Personalgewinnung und -förderung kümmert“, sagt Wucknitz optimistisch. Doch: „Vielleicht werden die Personaler aber auch wieder überrascht und kommen zu spät.“

Quelle: Von Hergen Riedel, Handelsblatt

18. Juli 2006

In Krisenzeiten werden Netzwerke wichtiger

Für manche ist "Networking" die ideale Tritthilfe auf der Karriereleiter, andere schimpfen über Seilschaften und Vitamin B. Im Interview erklärt der Bielefelder Soziologe Martin Diewald, 48, wie man Kontaktnetze knüpft, wann sie nützen und wo ihre Grenzen sind.

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